AB Stumme Karte von Bolivien

Arbeitsaufträge:
Wichtige topographische Daten, die zur Orientierung dienen, sollen in der physisch-geographischen Karte ergänzt werden.
Bolivien grenzt im Norden und Osten an Brasilien, im Südosten an Paraguay, im Süden an Argentinien und im Westen an Chile und Peru. Bolivien ist neben Paraguay der einzige Binnenstaat Südamerikas. Das fünftgrößte Land Südamerikas (nach Brasilien, Argentinien, Peru und Kolumbien) erstreckt sich von Norden nach Süden über eine Länge von 1 530 Kilometern, von Osten nach Westen ist es 1 450 Kilometer lang. Die Fläche beträgt 1 098 581 Quadratkilometer. Die verfassungsmäßige Hauptstadt ist Sucre, der Regierungssitz liegt in La Paz.
© Microsoft, Encarta Weltatlas 2001
Bolivien ist ein Andenstaat, die Gebirgszüge der West- und Ostkordilleren schließen das über 3 500 m hoch gelegene Kernland ein. Bolivien lässt sich in drei Großregionen gliedern: in das Hochland des Altiplano zwischen den West- und den Ostkordilleren; in die Yungas, eine von tiefen Tälern durchzogene und stark bewaldete Region, die die östlichen Gebirgshänge und -täler umschließt; und die Llanos, die Tiefebenen des Amazonas und Gran Chaco. Im Altiplano liegt mit dem Titicacasee der am höchsten gelegene schiffbare See der Welt. Der Altiplano wird südwärts immer arider. Nach Osten und Nordosten bedecken die Llanos des Amazonas riesige Savannen- und Regenwaldgebiete, die sich entlang des Flusses erstrecken. Während der Regenzeit (Dezember bis Februar) werden weite Gebiete in Sümpfe verwandelt. Die Regionen, die unter dem Überflutungsniveau liegen, werden als Weideland genutzt. Im Südosten, vom Amazonastiefland durch die Chiquitos-Hochebenen getrennt, schließen sich die Weiten des Gran Chaco an. Die größten Flüsse im Norden des Landes sind Beni, Madre de Dios, der Guaporé, der einen Teil der Grenze mit Brasilien bildet, und der Mamoré. Der Pilcomayo entspringt im Südosten des Poopósees (Lago Poopó), durchfließt dann in südöstlicher Richtung den Gran Chaco und vereinigt sich bei Asunción mit dem Río Paraguay. Der einzige Abfluss des Titicacasees ist der über 300 km lange Rio Desaguadero, der in den Poopósee mündet.
Das Klima Boliviens ist tropisch. Klimatische Gegensätze treten nicht nur zwischen dem Hochland im Westen und dem Tiefland im Osten hervor, sondern auch zwischen Nord- und Südteil des Landes. Die höchsten Niederschläge fallen an der Nordostabdachung der Anden und nehmen dann nach Westen stetig ab. Das Tiefland verzeichnet mit 26 °C höhere Durchschnittswerte als der Altiplano (8 °C).
© Microsoft, Encarta Weltatlas 2001
Bolivien gehört trotz seines Reichtums an Bodenschätzen zu den am wenigsten entwickelten Ländern Südamerikas. Obwohl die größten Bergbauunternehmen in den fünfziger Jahren verstaatlicht wurden, hat die bolivianische Regierung die Entwicklung der privaten Industrie und Investitionen ausländischen Kapitals aktiv gefördert. Boliviens Wirtschaft ist nahezu einseitig abhängig vom Bergbau, der rund 80 Prozent des gesamten Exportvolumens ausmacht. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 7 969 Millionen US-Dollar.
Fast die Hälfte aller Erwerbstätigen ist in der Landwirtschaft beschäftigt; sie erwirtschaften 15,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (2001). Ein besonderes Problem ist hier der illegale Anbau von Kokasträuchern. Die geringe Produktivität im Agrarsektor ist auf veraltete Bewirtschaftungsmethoden, extreme Witterungsbedingungen und Bodenerosion sowie eine unzureichende Verkehrserschließung zurückzuführen. Obwohl Bolivien heute seinen Bedarf an den traditionellen Nahrungsmitteln (Kartoffeln, Maniok und Getreide) ohne fremde Hilfe decken kann, ist es immer noch auf die Einfuhr bestimmter Lebensmittel angewiesen. Die wichtigsten bolivianischen Agrarprodukte sind Kartoffeln, Zuckerrohr, Baumwolle, Kaffee, Mais, Reis, Weizen und Quinua.
Bolivien verfügt über reiche Erzvorkommen. In den zahlreichen Erzlagerstätten werden Zinn, Blei, Silber, Kupfer, Eisenerz, Antimon, Zink, Schwefel, Wismut, Gold und Wolfram abgebaut. Der Bergbau, wichtigster Devisenbringer Boliviens, erlitt Ende der achtziger Jahre durch den Preisverfall für Rohstoffe an den Weltmärkten und durch die Erschöpfung einiger Minen einen Einbruch. Bolivien zählt weltweit zu den größten Zinn-, Wismut- und Antimonproduzenten. 1952 wurden die drei größten Zinnminen verstaatlicht und zur Corporación Minera de Bolivia (COMIBOL) zusammengefasst. Der Großteil der Zinnminen befindet sich im Umland von Oruro. Die Erdöl- und Erdgasförderung im Andenbereich (im Südosten des Landes) gewann seit Anfang der siebziger Jahre zunehmend an Bedeutung. Seit Ende der achtziger Jahre ist Bolivien von der Einfuhr ausländischer Mineralölprodukte nahezu unabhängig. Im September 1996 kam ein Vertrag über den Bau der ersten Erdgaspipeline von Bolivien nach Brasilien zustande.
© Microsoft, Encarta 2004
Trotz zahlreicher Bodenschätze wie Erdgas, Erdöl, Blei, Wolfram, Gold, Silber,
Zinn und Antimon hat Bolivien eines der niedrigsten Pro-Kopf-Einkommen in ganz
Lateinamerika. Am bedeutendsten ist
die Zinnproduktion - Bolivien ist einer der größten Zinnproduzenten der Welt.
Die Landwirtschaft ist einer der wichtigsten Arbeitgeber, die Produktivität war
bislang jedoch relativ gering. Haupterzeugnisse sind Soja, Zucker, Kaffee, Holz,
Rindfleisch und Häute. Erdöl, Erdgas und Mineralien sind andere bedeutende
Einkommensquellen. Der florierende illegale Koka-Handel ist für zahlreiche
Bauern die Haupteinnahmequelle. Die Regierung fördert allerdings mit
Unterstützung der USA in verschiedenen Koka-Anbaugebieten den alternativen Anbau
von Gewürzen, Obst und Tee, um den Bauern neue Einkommensquellen zu erschließen
und den Kokainhandel wirkungsvoll an der Wurzel zu bekämpfen.
Die asiatische
Wirtschaftskrise 1998 wirkte sich in Bolivien durch den drastischen Verfall der
Rohstoffpreise und dadurch erheblich sinkende Exporterlöse aus. Die Abhängigkeit
von Vorproduktimporten, hohe Transportkosten, Infrastrukturengpässe und eine
schwache industrielle Basis beeinträchtigen die internationale
Wettbewerbsfähigkeit. Eine Zollreform, die im Juli 1999 in Kraft trat, soll
steigende Einnahmen für den Staatshaushalt bringen. 1999 betrug das
Haushaltsdefizit 3,8%.
Die unzureichende
Infrastruktur verhinderte bisher höhere Zuwachsraten; der Straßenbau soll jedoch
jetzt mit Hilfe von Krediten vorangetrieben werden. Die 1997 in Betrieb
genommene Gas-Pipeline nach Brasilien eröffnet Bolivien gute wirtschaftliche
Aufbaumöglichkeiten. Der geplante Bau einer Erdgasleitung in die
Wirtschaftszentren soll zu neuen Deviseneinnahmen und damit mittelfristig zur
Verbesserung der außenwirtschaftlichen Lage Boliviens führen.
Die Privatisierung
von Staatsunternehmen in den Bereichen Stromerzeugung, öffentlicher Transport
(Luftfahrt, Eisenbahnen), Telekommunikation und Erdöl-/Erdgas hat zu
beträchtlichen ausländischen Direktinvestitionen geführt. 1999 wurde der
Privatisierungsprozess so gut wie abgeschlossen. Seit 1997 wurde Bolivien in die
HIPC-Initiative zur Entschuldung hochverschuldeter armer Länder einbezogen. Die
durch den Schuldenerlass eingesparten Mittel werden für die Durchführung von
Strukturreformen und von ländlichen Entwicklungsprogrammen eingesetzt.
Bolivien ist
Mitglied der Andengemeinschaft, der La Plata-Gruppe, des Amazonaspaktes und der
Rio-Gruppe. Die regionale Wirtschaftsintegration durch Mitgliedschaft in der
Mercosur-Freihandelszone hat die wirtschaftliche Position Boliviens
gestärkt. Wichtigste Handelspartner sind Brasilien, Argentinien, Chile, die USA,
Japan und die EU-Länder. 1999 exportierte Bolivien erstmals mehr in die EU als
in jede andere Wirtschaftsgemeinschaft.
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