Schüler putzen Schuhe für Straßenkinder
Bundesweiter Aktionstag von „Terre des hommes“ /
„Die Kinder sollen nicht nur reden“
„Straßenkind für einen Tag“: Unter diesem
Motto stand der gestrige Aktionstag der
Hilfsorganisation „Terre des hommes“ zum Thema
Straßenkinder. Schüler des Göttinger
Hainberg-Gymnasiums und der
Carl-Friedrich-Gauß-Schule Groß Schneen putzten Schuhe,
verkauften Zeitungen, informierten über das Leben der
Straßenkinder und sammelten Spenden.
Groß Schneen (afu). Es ist kalt. Die Wangen
von Swantje Olschewski und Melissa Bode aber glühen. Wie
ihre Mitschüler der Klasse 6c der
Karl-Friedrich-Gauß-Schule auch, haben sie sich blaue
Müllsäcke mit der Aufschrift „Tag der Straßenkinder
2007“ über die wärmenden Winterjacken gestülpt und
wuseln mit einer scheppernden Sammelbüchse über den
Parkplatz des Rewe-Marktes. „Wir sammeln Spenden für
Straßenkinder in Afrika“, sagt Melissa keuchend.
Kindern aktiv helfen
Mit dem Einsammeln von Geldern allein ist es aber
nicht getan. „Die Kinder sollen nicht nur reden, sondern
sich auch in die Situation der Straßenkinder
hineinversetzen“, erklärt Lehrerin Bärbel Lübbecke Sinn
und Zweck der Aktion. Somit führen die Schüler auch
typische Arbeiten von Straßenkindern aus. Sie putzen
Schuhe, verkaufen Zeitungen und selbst gebastelte
Windlichter. Auch Ketten aus Afrika, Handy-Socken,
kleine Überraschungspakete und Kuchen gehören zum
Angebot der Sechstklässler, die sich bereits im
Unterricht mit dem Thema Straßenkinder und Kinderrechte
befasst haben.
„Das alles bieten wir den Leuten für eine kleine Spende
an“, erzählt Swantje. „Wir erklären ihnen, dass die
Straßenkinder in ärmlichen Verhältnissen leben und nicht
so reich sind wie wir.“ Das mache großen Spaß, weil man
den Kindern aktiv helfen könne. Allein, nicht alle Leute
spenden etwas. „Manche sagen, wir sollten lieber für
deutsche Kinder sammeln“, meint Swantje. „Denen sagen
wir dann, dass es den Kindern in Afrika doch noch viel
schlechter geht.“
Göttinger Tageblatt, 21.11.2007 |