Macadamiafans bei der großen Schwester WALA in Bad Boll
Vielleicht ist es von uns Macadamiafans ein bisschen übertrieben von großer Schwester zu sprechen, wenn wir die Firma Wala meinen, die bekannt ist für die Herstellung von anthroposophischen Medikamenten und der berühmten Dr. Hauschka-Kosmetik. Aber immerhin haben wir gemeinsam, dass wir Geschäftspartner der Limbua-Company in Kenia sind und von dort unsere Macadamia-Nüsse geliefert bekommen. Die Wala-Leute machen aus den Nüssen Macadamia-Öl, das sie z.B. für eine Augencreme und Körperbalsam verwenden.
Jedenfalls wollten wir einmal schauen, wie die Firma Wala arbeitet und ob wir uns evtl. etwas abgucken können für unsere eigene Schülergenossenschaft. Deshalb machten wir uns am am Freitag (03.Mai) auf den langen Weg nach Bad Boll. Als wir uns morgens um 5.40 an der Stadthalle trafen, um in den Bus zu steigen, haben sich einige von uns doch gefragt, ob es das wert ist, dass wir am Freitagmorgen derartig früh aufstehen und so weit fahren. Aber wir waren am Ende des Tages richtig begeistert und möchten deshalb hier über unsere Eindrücke und Erlebnisse berichten.
Nach langer Fahrt kamen wir endlich im Ortsteil Eckwälden bei Bad Boll an, wo wir von Frau Vermeulen empfangen wurden, die sich während der gesamten Betriebsbesichtigung um uns kümmerte und dafür sorgte, dass alles gut geklappt hat. Wir bekamen als erstes ein sehr leckeres Essen in der firmeneigenen Kantine. Schon hier ist uns aufgefallen, dass die Firma großen Wert darauf legt, dass möglichst viele Zutaten biologisch und damit umweltschonend sind.
Nach dem Essen versammelten wir uns in einem Vortragsraum, in dem uns Herr Kunert, Rohstoffeinkäufer und Geschäftsführer bei der Tochtergesellschaft Naturamus, die Firmenphilosphie näherbrachte. Dies gelang ihm vor allem auch dadurch, dass er von einigen sehr edlen ätherischen Ölen Geruchsproben mitgebracht hatte und wir viel zu schnuppern bekamen. Es roch wirklich bald wie in einem Märchen aus 1001 Nacht. Ganz nebenbei vermittelte uns Herr Kunert, dass die hohe Qualität der Rohstoffe, die die Firma Wala für ihre Produkte braucht, nur zu bekommen ist, wenn die Beziehung zu den Herstellern auf Fairness beruht und die Rohstoffe in aufwendigen ökologischen Prozessen gewonnen wird.
Dass diese Prinzipien auch für die Arbeit in Bad Boll selber gelten, wurde uns beim nächsten Programmpunkt näher gebracht, als uns der Umweltbeauftragte Stephan Weiland den Biodiversitätspfad am neuen Labor-Gebäude zeigte. Den fanden wir einfach wunderschön mit dem uralten Birnenbaum, den vielen neu gepflanzten Beeten und dem Rüttelfalken-Paar, das sich bald einstellte und uns seine Flugküste eindrucksvoll zeigte.
Anschließend ging es weiter zum Sonnenhof, einem Bauernhof, der demeterzertifiziert ist und der Firma Wala viele biologisch-dynamisch produzierte Kräuter liefert. Dort wurden wir von Simon begrüßt, einem jungen Landwirt, der seine Begeisterung für natürliche Landwirtschaft gut vermitteln konnte und der einfach supergut Bescheid wusste über alles, was damit zu tun hat. Besonders beeindruckend fanden wir die Kühe, Bullen und Kälber, an die wir ganz nah herankamen. Besonders sind uns die Hörner aufgefallen, die alle erwachsenen Tiere noch haben. So etwas kennen wir von den Kühen hier in Göttingen sonst kaum.
Zum Schluss haben wir uns noch die Ölmühle der Tochtergesellschaft Naturamus angeschaut, in der die von Limbua gelieferten Macadamia-Nüsse zu Öl weiterverarbeitet werden. Bevor wir die Werkhalle betreten durften, mussten wir uns alle die vorschriftsmäßige Schutzkleidung anlegen. Das fanden wir natürlich ziemlich lustig, z. T. auch etwas peinlich, weil man damit wirklich ein bisschen merkwürdig aussieht. Aber natürlich konnten wir gut einsehen, dass das notwendig ist. In der Halle sahen wir dann große silberne Pakete, die uns sehr an unsere kleinen Päckchen erinnerten, die wir Macadamiafans hier in Göttingen verkaufen. Die Pakete sind auch vakuumverpackt und es zeichnen sich kleine Knubbel unter der Oberfläche ab. Die Pakete von Naturamus wiegen ca 11 kg, unsere 470 g. Eins der Silber-Pakete wurde geöffnet und wir schauten uns die Nüsse an: Anders als bei uns waren es keine ganzen Nüsse. Aber sie riechen und schmecken genauso wie unsere. Davon durften wir uns dann selber überzeugen, was wir reichlich getan haben. Man nennt dies übrigens „sensorische Prüfung“ . Wir haben gleich überlegt, ob wir das nicht auch bei uns einführen sollen. An einer großen Maschine, der eigentlichen Ölmühle, haben wir dann gesehen, was noch übrig bleibt von den Nüssen, wenn das Öl herausgepresst worden ist: kleine, sandfarbene Würste, die etwa so dick sind wie ein kleiner Finger. Wir haben sie probiert und waren erstaunt über die trockene Beschaffenheit.
Zum Schluss bekamen wir von dem sehr freundlichen Mitarbeiter, der uns alles gezeigt hat, noch eine kleine Dose Walnussöl geschenkt, worüber sich alle gefreut haben.
Damit war unsere erlebnisreiche Firmenbesichtigung zu Ende. Wir wurden verabschiedet von Frau Vermeulen und Herrn Kunert, die jedem als Abschiedsgeschenk noch eine Flasche Duschbalsam überreichten. Zwar hatten wir nun noch eine lange Fahrt nach Hause vor uns, aber wir waren uns alle einig: Es hat sich wirklich gelohnt, dass wir diese lange Fahrt gewagt haben. Wir haben gelernt, dass der Gedanke von Nachhaltigkeit und Fairness nicht nur in einer Schülergenossenschaft zu verwirklichen ist, sondern auch in einer großen Firma, die sich am Markt behaupten muss.






