Die Rechte der Kinder

Sendereihe des ZDF - Projekt mit terres des hommes

1989 wurde die UN-Konvention über die Rechte der Kinder verabschiedet. In 52 Artikeln beschreibt sie die Schutz- und Partizipationsrechte der Kinder in unserer Welt.

1992 hat auch die deutsche Regierung die Kinderrechtscharta ratifiziert. Artikel 42 verpflichtet die Vertragsstaaten, die Konvention allgemein bekannt zu machen. Artikel 17 beschreibt die Rolle, die den Medien bei der Verbreitung der Kinderrechte zukommt.

Die ZDF-Redaktion Kleine – Reihen - Familienprogramm verfilmte mit Unterstützung von „terre des hommes“ die wichtigsten Artikel für das Kinderpublikum. Dem Auftrag zur Bekanntmachung der Konvention kommt damit das ZDF in Zusammenarbeit mit "terre des hommes" nach. Insgesamt werden 20 Artikel der Kinderrechtskonvention in jeweils 12-minütigen, dramatischen und komödiantischen Kurzfilmen dargestellt. Die - vor allem emotionale - Reaktion der Kinder (aber auch der Erwachsenen) ist durchgängig positiv: "Wo gibt es das rote Buch?"

 

Die Verwandlung (Artikel 42)

Unter größter Geheimhaltung werden "Die Rechte der Kinder" niedergeschrieben in einem großen roten Buch, in das Kinderministerium gebracht. Nur Leni hat davon gehört. Sie fragt beim Pförtner des Ministeriums an, wo sie ihre Rechte einsehen könne. Doch statt eine Information zu erhalten, fliegt sie hochkantig raus. Pförtner Dork begleitet die geheime Lieferung zu Ministerialdirigent Dr. Ambrosius. Bald merkt aber die in diesem Büro versammelte Gesellschaft, dass das Buch der Kinderrechte magische Kräfte hat, und dass es offenbar gefährlich auf Erwachsene reagiert. Als Pförtner Dork das Buch in einen Tresor legen will, blitzt und kracht es, alle sind geblendet. Danach ist Dork zu einem Kind geschrumpft, um sogleich zu erfahren, dass man als Kind nicht mehr die gleichen Rechte hat, wie als Erwachsener. Nun wird auch er aus dem Kinderministerium herausgeworfen. Zusammen mit Leni versucht er, das Buch der Rechte für die Kinder zu retten. Nach einer nochmaligen Berührung des Buches verwandelt er sich zu "Captain Dork", ausgestattet mit übernatürlichen Kräften. Und sein Auftrag lautet: Die Rechte der Kinder bekannt zu machen. Der Film zeigt in vergnüglicher Form, was passieren kann, wenn Staaten die Bekanntmachung der Rechte behindern.

Der Liebesbrief (Artikel 16)

Mitten im Sommer - die Sonne strahlt, die Blumen duften und die Bienen summen - entdeckt Kevin, dass er sich in Linda verliebt hat. Wie aber soll ein Neunjähriger einer Klassenkameradin das sagen? Natürlich- mit einem Liebesbrief und einem kleinen Gedicht. Als Kevin den Brief während des Unterrichtes Linda zukommen lassen will, erwischt ihn der Lehrer. Zum Vergnügen der Klasse liest er den Brief laut vor. Kevin, aber auch Linda sind gedemütigt. Da meldet sich über Computer ein sonderbares Kind, das sich als Captain Dork, den Verteidiger der Kinderrechte vorstellt. Er erklärt Kevin, dass er ein Recht auf Privatsphäre hat, nämlich geschützt durch Artikel 16 der Kinderrechtskonvention. Und dieser Tipp verhilft Kevin zu einer außergewöhnlichen Idee. Der Film zeigt, wie leichtfertig das Recht der Kinder auf Privatsphäre, Briefgeheimnis und Wahrung der Ehre verletzt wird.

Der geklaute Spielplatz (Artikel 3)         

Carsten und Ramona sind Spitze im Streetball. Pizzaausfahrer Gino ist ihr Coach. Und sie haben einen idealen Platz zum Spielen: ein ehemaliges Trümmergrundstück, das zum Spielplatz ausgebaut worden ist. Als sie aber heute zum Training kommen stehen sie vor einem Bauzaun. Sie können es nicht fassen, aber auf dem daneben angebrachten Schild steht eindeutig, dass hier neue Wohnungen entstehen. Carstens Vater ist Anwalt. Er überprüft diese Aufgabe. Alles ist rechtens, muss er ihnen sagen, dieses Grundstück sollte nur in der Übergangszeit als Spielplatz zur Verfügung stehen. Leider gibt es in der ganzen Umgebung keinen anderen Platz. Und auf dem Schulhof darf aus versicherungstechnischen Gründen nicht gespielt werden. Da ist Captain Dork gefragt, die Verletzung von Artikel 3 der Kinderrechtskonvention ist eines seiner Lieblingsthemen. Beim Ortstermin, als Bauherr, Stadtbaurat und Architekt erscheinen, greift er in dramatischer Weise ein. Wegen der Grundsätzlichkeit des Artikels 3 wurde er neben dem Film "Sprechblasen" ein zweites Mal dramatisiert. Auch dieser Film zeigt, wie wichtig das Mitspracherecht von Kindern bei sie betreffenden Belangen sein kann.

Scheiden tut weh (Artikel 9)                                    

Jonas hat Geburtstag. So üppig wie in diesem Jahr war der Gabentisch allerdings noch nie ausgefallen. Doch bei genauerem Hinsehen wird ihm klamm ums Herz; denn an jedem Geschenk hängt eine Widmung von Mutter oder Vater. Und dann kommt es raus, ausgerechnet am Geburtstag: Die Eltern werden sich scheiden lassen. Und schon geht es los: Hier die Waschmaschine, da der Fernseher und mittendrin Jonas. Als die Eltern auch noch den Esstisch in zwei Teile zersägen, fragt sich Jonas ernsthaft nach seinem Recht. Das ist das Stichwort für Captain Dork, und er bietet seine Hilfe an. Doch Jonas ist wütend: "Was hilft mir mein Recht, wenn sie mich gar nicht sehen?" Damit hat er selbst die richtige Idee gehabt. Mit Hilfe der magischen Kräfte Dorks verschwindet Jonas jedes Mal, wenn sich die Eltern streiten. Und das Erstaunliche ist: Kaum ist er verschwunden, nehmen sie Jonas wahr. Und so bringt er nicht nur die Eltern, sondern einen ganzen Gerichtssaal zur Verzweiflung. Der Film zeigt, wie sinnvoll es ist, wenn die Kinderrechte im Falle der Scheidung für die Kinder einen eigenen Anwalt fordern.

Pfoten weg (Artikel 34)                                                

Fast hätte es einen Fahrrad-Zusammenstoß gegeben! Ninas Freundin Luzie und der neue Freund von Ninas Mutter, Werner sind beide schwungvoll in den Toreingang gefahren. Beide kennen sich nicht, haben aber das gleiche Ziel: mit Nina und ihrer Mutter zum Baden fahren. Ninas Mutter ist Hebamme. Gerade als alle losfahren wollen, wird sie zu einer Geburt gerufen. Werner ist schnell bereit, auch mit Nina allein loszuradeln. Mit Luzie hatte er nicht gerechnet, doch Nina besteht darauf, dass ihre Freundin mitkommt. Luzie findet das Verhalten Werners ihrer Freundin Nina gegenüber eigenartig. Er fasst sie dauernd an. Außerdem hat er ihr einen Badeanzug geschenkt, der so knapp sitzt, dass Nina ihn mag. Als Werner darauf besteht, sein Geschenk angezogen zu sehen, wird Luzie zornig. "Lass endlich Nina in Ruhe", verteidigt sie ihre Freundin. In einer unbeobachteten Minute deutet Luzie ihren Verdacht an. Nina versteht nicht, was Luzie meint. Da mischt sich Captain Dork ein und bestätigt Luzies Einschätzung. Er verweist auf das Recht, nein zu sagen. Ninas Angst vor Werner schwindet, als sie merkt, dass ihre Freundin ihr beisteht. Sie kommen auf eine sehr witzige Idee, wie sie Werner Grenzen setzen. Der Film schildert dieses schwierige Thema in fast komödiantischer Form. Er zeigt, dass es Kindern möglich ist, sich bereits bei Verdacht auf sexuelle Belästigung zu wehren.

Kopfstand  (Artikel 2)             

Franzi kennt das schon: Immer wenn sie in eine neue Schule kommt, gibt es Schwierigkeiten wegen der Wohnform ihrer Eltern. Franzi ist nämlich die Tochter von Artisten, die im Wohnwagen durch die Lande reisen. Und so muss sie an jedem Ort, wo ihre Eltern Station machen, wieder in eine andere Schule gehen. Doch diesmal ist es besonders schlimm. die Lehrerin, Frau Steinhart, will Ruhe und Ordnung in ihrer Klasse haben, und nach ihrem Dafürhalten stellt Franzi diese Ordnung auf den Kopf. Als Franzis Eltern der Lehrerin schreiben, sie solle ihre Tochter in Ruhe lassen, besucht sie den Standort von Franzis Eltern. Doch ab da wird Frau Steinharts Leben im wörtlichen Sinne auf den Kopf gestellt. Mit den magischen Kräften von Captain Dork zeigt der Film, dass man sich besser mit fremden Sitten wohlwollend auseinandersetzen sollte.

Goldener Regen, Peru (Artikel 32)           

Seit Monaten hat es nicht mehr geregnet. Die Felder verdorren, das Vieh verdurstet. Immer mehr Indiofamilien verlassen das Dorf im Hochland der Anden. Auch Julians Vater überlegt, ob er gehen soll. Aber er hängt an seiner Heimat, und er will nicht anderer Leute Diner werden. Julian belauscht, wie sich sein Vater eines Nachts bei einem Zauberer Rat holt. Er hört, dass die Götter zürnen, weil sich Dorfbewohner schuldig gemacht haben. Dafür müssen Opfer gebracht werden. Julian erfährt von einem Schulfreund, dass im Nachbardorf Männer aufgetaucht sind, die Kinder brauchen, um in den Flüssen des Amazonas nach Gold zu suchen. Man könnte in kurzer Zeit schnell zu Geld kommen. Julian meldet sich bei den Männern, um seiner Familie aus der Not zu helfen. Drei Tage reisen sie vom Gebirge durch den Urwald zu den tropenheißen Flüssen. Die Arbeit ist hart; sie werden wie Sklaven behandelt. Ein halbes Jahr vergeht, ohne dass es einen Pfennig Geld gegeben hätte. Die gequälten Kinder beschließen, nachts zu fliehen. Captain Dork ermutigt sie, weil sich diese Männer schon an vielen Kindern schuldig gemacht haben. In märchenhafter Form und opulenten Bildern wird erzählt, wie sich professionelle Geldwäscher Kinder aus verarmten Indiofamilien für ihre schmutzige Arbeit holen.

Der Schrei (Artikel 19)            

Seit Felix einmal im Fahrstuhl stecken geblieben ist und er sich die Lunge aus dem Hals geschrieen hat, bis ihn jemand gehört hat, läuft er lieber die neun Stockwerke zu seiner Wohnung. Auf diese Art weiß er wenigstens, wer im Hochhaus wohnt. Heute aber hört er aus einer Wohnung, die neu bezogen worden ist, einen gellenden Schrei. Er klingelt, um zu fragen, ob er helfen kann. Doch er wird von einer jungen Frau abgewiesen, die sagt, ihre Tochter sei gestürzt. Am nächsten Tag trifft er Lena, und er mag sie auf den ersten Blick. Doch Lena ist sehr verschlossen. Wie gut, dass er seinen Hamster dabei hat, den Lena liebevoll streichelt. So einen hätte sie auch gern, aber ihre Mutter würde das nie erlauben. Felix sieht, dass Lena eine böse Wunde am Kopf hat. Nach dem Treffen bleibt Lena verschwunden. Schließlich besucht Felix sie mit seinem Hamster. Aber Lena will die Tür nicht aufmachen, nur durch den Spalt will sie das Tier streicheln. Da entschlüpft es, und sie muss Felix einlassen. Er sieht, dass Lena grün- und blau geschlagen ist. Stockend erzählt Lena davon, wie ihre Mutter manchmal die Nerven verliert. Felix muss schwören, dass er es niemandem erzählt. Er möchte helfen, aber er weiß nicht wie. Da begegnet ihm Captain Dork, der ihn von dem unhaltbaren Schwur erlöst. Der Film erzählt, dass Schweigen der größte Verbündete von Gewalt ist.

Der Nullenschlucker (Artikel 27)

Wieder muss Schlucki zusehen, wie sich die ganze Klasse auf die Klassenfahrt freut; denn auch mit Zuverdienen wird er kaum teilnehmen können. Schluckis Vater folgt nämlich dem Erziehungsprinzip Sparsamkeit. Und so ist Schlucki oft ausgeschlossen. Und obendrein hat er seine Spitznamen weg: Schlucki, der arme Schlucker. Sein Freund Benny kann das nicht verstehen. Schluckis Vater ist doch nicht arm. Seine eigene Mutter hat keinen tollen Job, aber es ist immer soviel da, dass Benny mithalten kann. Kurz vor der Klassenfahrt gesteht Bennys Mutter ihm, dass sie entlassen worden ist und sie beide sich in der nächsten Zeit einschränken müssen. Plötzlich sitzen die beiden Freunde in einem Boot. Hier ein Vater, der aus Prinzip sparsam ist, dort eine Mutter, die nicht mehr genug Geld verdient. Ein schwieriger Fall für Captain Dork: Zwei Ursachen und eine Wirkung. Aber mit seinen Mitteln findet er eine Lösung für beide Freunde, bei der Schluckis Vater schon ein paar Federn lassen muss. Auch Taschengeld zu haben, gehört in unserem Land zu einem Recht. Der Film zeigt, dass Kindern dieses Recht durch elterlichen Geiz genauso verwehrt werden kann wie durch soziale Notlagen.

Sprechblasen (Artikel 3)     

Es ist Bürgermeisterwahl - die Zeit der großen Versprechungen. Der Wahlkampf des Kandidaten Salm wird vor allem mit den Belangen der Kinder geführt. Dumm für ihn, dass er Ines, Ruben und Markus fast überfahren hätte, als sie auf ihren Roller Blades den Zebrastreifen überquerten. Diesen Kandidaten gucken wir uns mal genau an, lautet ihr Beschluss. Sie entdecken, dass die Kinder nur als Werbemittel benutzt werden. Sie beschließen, Kandidat Salm beim Wort zu nehmen. Captain Dork findet viel Gefallen an dem Mut der Kinder und unterstützt sie mit seinen besonderen Fähigkeiten. Schließlich muss die Wahl wiederholt werden, und Ines hält im Bundestag eine flammende Rede für die Kinderrechte. Der Film zeigt in vergnüglicher Form, dass es für Politiker durchaus attraktiv sein kann, die Kinderrechte ernst zu nehmen.

Schulfrei (Artikel 28)           

Micky und Frankie finden die Schule und vor allem die Mathematik zum Abgewöhnen. Sie beschließen zu schwänzen und sich einen schönen Tag zu machen. Beim Versuch auf dem Markt einen Apfel zu stehlen, geraten sie mit dem gleichaltrigen Mahmud aneinander, der am Gemüsestand seiner Großeltern mit hilft. Sie finden ihn cool fragen ihn später, ob er sich mit einer Mark an einem Sonderangebot von Videofilmen beteiligen will. Das trifft sich gut, denn Mahmud hat eine sturmfreie Bude... Sie müssen aber ausrechnen, wann sie aufhören müssen, um pünktlich zu Haus zu sein. Mit verblüffenden Rechenkünsten bekommt Mahmud blitzschnell heraus, wie sie in welcher Reihenfolge am meisten sehen können. Den in Mathe als Nebenmann, und jede Arbeit wäre gerettet! Doch als Micky und Franky Mahmud ihre Adresse geben, merken sie, dass er weder lesen noch schreiben kann. Rechnen hat er auf dem Markt gelernt. Sie beneiden Mahmud um seine Freiheit, bis sie hören, warum er nicht in die Schule gehen kann: Mahmud lebt illegal hier - eindeutig ein Fall für Captain Dork. Bei einem so schwierigen Fall muss er allerdings ganz schön Wind machen, damit Mahmud sein Recht auf Schule wahrnehmen kann - auch wenn das nur der erste Schritt sein kann. Schulpflicht ist ein Recht und gilt für alle. Um die Rechte der Kinder durchzusetzen, muss man allerdings manchmal die Verwaltung mit ihren eigenen Mitteln schlagen.

Der aufgespürte Vater, Nairobi (Artikel 7, 28)      

Koi lebt mit ihrer Mutter in Nairobi, der Hauptstadt von Kenia. Da sich der Vater aus dem Staub gemacht hatte, bevor Koi vor acht Jahren geboren wurde, kennt sie ihn nicht. Ihre Mutter hat keine Lust, von ihm zu erzählen. sie musste damals die Schule abbrechen; darum ist sie heute arm. Sie verkauft Essen auf der Straße. Ihr Stand liegt direkt neben der Schule, und Koi schaut immer wieder sehnsüchtig zu den Kindern mit ihren schönen Schuluniformen. Rechnen hat sie beim verkaufen auf der Straße gelernt, aber schreiben und lesen kann sie nicht, da das Schulgeld für die Mutter zu teuer ist. darüber regt sich "Captain Dork" auf, denn jedes Land ist verpflichtet, Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen - gleichgültig, ob der Vater die Familie verlassen hat oder nicht. Und weil Dork schon wieder einen Anruf aus einem anderen Teil der Welt erhält, gibt er Koi aus Versehen nicht Artikel 28, sondern Artikel 8, in dem es heißt, dass jedes Kind das Recht hat, Vater und Mutter zu kennen und von ihnen versorgt zu werden. Und genau dieser Irrtum bringt Koi auf eine sehr überraschende Idee, wie sie zu ihrem recht kommt. Der Film zeigt, wie Kinder sich in schwierigen Situationen auch selbst helfen können.

Ein ganz besonderer Tag (Artikel 2)      

Anitas Mutter arbeitet als Dienstmädchen in Fiorellas Elternhaus in Lima. Nach der Schule geht Anita zu ihrer Mutter. Zur gleichen Zeit kommt auch Fiorella aus der Schule zurück, allerdings aus einer ganz anderen. Denn Fiorella hat eine weiße Haut und ihre Eltern sind reich. Anita aber hat eine dunkle Haut und ihre Mutter ist arm. Doch Anita und Fiorella sind über diese Grenzen hinweg zu Freundinnen geworden. Und so lädt Fiorella Anita auch zu ihrem zehnten Geburtstag ein. Anitas Mutter hat Bedenken, sie möchte nicht, dass die reichen, weißen Kinder ihre Tochter demütigen. Doch Anita glaubt an ihre Freundin. Am Geburtstag hat Fiorella kaum Zeit für sie. Und kein anderes Kind spielt mit ihr, ja, sie wird sogar ausgelacht. Als Fiorellas Mutter Anita auch noch bittet zu servieren, weiß Anita, dass die Bedenken ihrer Mutter gerechtfertigt waren. Doch bei einer Zauberveranstaltung tritt Captain Dork auf und macht den Freundinnen Mut, ihre Freundschaft auch gegen die Vorurteile der Erwachsenen durchzuhalten. In einer sehr poetischen Form lässt der Film nach empfinden, wie verletzend schon kleine Gesten und Vorurteile sein können.

Tennisstress  (Artikel 31)            

Alle denken, Nike hat es gut. Sie darf Tennis spielen soviel sie will, sie hat einen schicken weißen Dress, einen eigenen Trainer, und später wird sie sicher so reich werden wie Steffi Graf. Aber wenn ihre Freundin Mona und die anderen auf einen alten ausrangierten Lastkahn herumklettern, dann kann sie nicht mitspielen: Neben Training und Hausaufgaben bleibt keine Zeit, und schmutzig machen darf sie sich sowieso nicht. Trotzdem würde Monika gern nur einmal mit ihr tauschen. Als der strenge Trainer verreisen muss, hofft Nike auf ein paar freie Tage. Aber ihr Vater hat einen Ersatztrainer angeheuert. Voller Wut fragt Nike Mona, ob sie überhaupt kein Recht auf freie Zeit habe. Captain Dork präsentiert ihr die Antwort: Artikel 31 der Kinderrechte. Das bestärkt sie in ihrer Idee: Da der fremde Trainer Nike nicht kennt, kann doch Monika stattdessen hingehen! Und so kommt es, dass der neue Trainer dem ehrgeizigen Vater sagen muss, dass seine Tochter doch nicht so außergewöhnlich talentiert ist und sich die hohen Kosten für das Training nicht lohnen. Noch nie hat Nike das Tennisspielen so viel Spaß gemacht wie nach der Entscheidung ihres Vaters, sie doch nicht zum Star ausbilden zu lassen. Die Kinderrechtskonvention erklärt ausdrücklich das Recht der Kinder auf Spielen.

Ein Brief aus Kambodscha, Minen (Artikel 38)   

Piraten-Luftpost!" jubeln Tinka und Jens und fangen den Brief ab, der an einem Bündel Luftballons herabsinkt. Doch die Schrift darauf ist für sie nicht zu entziffern. Captain Dork, der alle Schriften und Sprachen dieser Welt kennt, übersetzt ihn. Er handelt von der achtjährigen Ria aus Kambodscha, die erst nach drei schrecklichen Kriegsjahren in ihrem Land wieder nach Hause zurückkehren konnte. Aber nichts war so wie früher. Überall liegen Tretminen versteckt. Kinder müssen vorsichtig sein, können sich nirgends unbeschwert bewegen. Ria kann wunderbar tanzen. An ihrem neunten Geburtstag erntet sie viel Beifall für einen großen Auftritt. Kurze Zeit später, auf ihrem Weg zum Brunnen, tritt Ria auf eine Mine. Sie überlebt den Unfall schwer verletzt, doch mit einem Bein wird sie nie wieder tanzen können. "Wo ihr auch lebt und wer auch meinen Brief bekommen hat, sagt allen Erwachsenen und euren Politikern, sie sollen Minen verbieten." Tina und Jens sind empört, als sie von Captain Dork hören, dass auch in Deutschland Minen hergestellt werden. Der Film behandelt ein besonders trauriges Kapitel. Er zeigt zugleich, dass auch wir für schreckliche Schicksale in fernen Ländern mitverantwortlich sein können.

Die Ruhestörung (Artikel 23)     

"Das kann ja heiter werden", stöhnt Stefans Vater, als Katja beim Neueinzug das Klavierbein ins Fenster stößt. Stefans Vater ist Hausmeister in dem ziemlich heruntergekommenen Mietshaus. Er ist dauernd mit irgendwelchen Reparaturen beschäftigt. Stefan aber freut sich: Endlich ist wieder ein Kind seines Alters im Haus. Als er für seinen Vater Farbe aus dem Keller holt, lernt er Katja unter ungewöhnlichen Umständen näher kenne. Das Licht geht wieder einmal aus, als er mitten auf der Kellertreppe steht. Direkt neben ihm fängt ein Klavier an zu spielen. Es stellt sich heraus, dass es Katja ist. In den Wohnungen darf nicht gespielt werden, darum spielt sie hier unten. Aber Angst scheint Katja in dem gruseligen Keller überhaupt nicht zu haben. Als sie ihn seelenruhig zum Ausgang führt, sieht er, dass sie blind ist. Katjas Eltern möchten einige Änderungen im Flur vornehmen lassen, damit ihre Tochter sich besser und ungefährlicher bewegen kann. Diese Forderung zusammen mit dem verbotenen Klavierspiel führen dazu, dass der Hauswirt diese lästigen Mieter wieder loswerden will. Captain Dork teilt Katja und Stefans Wut darüber und er bringt beide auf eine sehr gute Idee. Der Film zeigt, wie versteckt bisweilen Vorurteile gegen Behinderte sein können.

Geheime Informationen (Artikel 13)              

Anne kommt in eine neue Schule. Und da sie ein neugieriges, kluges Mädchen ist, freut sie sich sehr, nimmt aber für alle Fälle, dass es ihr zu langweilig ist, ihre Detektivgeschichten mit. Die Schule erscheint ihr merkwürdig. Aus den Klassen dringt kein Lärm, die Kinder sitzen verschlafen herum. Wie gut, dass sie ihr Lieblingsbuch dabei hat! Kaum aber hat sie es aufgeschlagen, wird es ihr von einer Frau entrissen: "Hier wird nicht gelesen!" schreit sie und rennt mit dem Buch davon. Anne beschleicht eine große Müdigkeit, doch ehe sie einschläft, steht plötzlich Captain Dork vor ihr. Er überreicht ihr das rote Büchlein mit den Kinderrechten: "Merk dir Artikel 13!" Von neuer Kraft erfüllt, springt Anne auf und folgt der Diebin. Zu ihrem Erstaunen sieht sie, dass diese Hüterin einer großen, verschlossenen Bibliothek ist. Nur der Hausmeistersohn weiß davon, weil er nachts heimlich mit dem Schlüssel seines Vaters in die Bibliothek eindringt, um zu lesen. Und genau so will sich Anne nachts ihr Buch zurückholen. Die Lehrerin, die über den Büchern eingenickt war, erwacht. Da hält ihr Anne das Buch der Kinderrechte entgegen. Wütend entreißt Frau Boes die Seite mit dem Artikel 13 und isst ihn auf. Doch das bekommt ihr überhaupt nicht. Fazit: Wenn man sich sein Recht auf Informationen nicht nimmt, schläft man ein.

Der Flüchtling (Artikel 22)                           

Dirk, Sven und Rambo haben ein verwildertes Grundstück entdeckt, auf dem es sich gut spielen lässt. Plötzlich nähern sich Polizeisirenen. Ein Suchtrupp stürmt das Grundstück. Die drei verschwinden lieber. Dirk ist ein bisschen langsam und erreicht als letzter sein Fahrrad. Direkt hinter ihm kommt ein völlig verängstigter, schwarzer Junge in zerrissenen Kleidern angerannt. Ohne zu zögern, nimmt ihn Dirk auf sein Fahrrad und fährt los. Unter einer Brücke treffen sich die Freunde. Was machen sie mit einem vor der Polizei Geflüchteten, der kein Wort Deutsch versteht? Auf dem Schiff von Dirks Vater finden sie ein vorläufiges Versteck für ihn. Auf seinem Rücken entdecken sie frische, große Narben. Sie finden heraus, dass der Flüchtling Kinta heißt und aus einem afrikanischen Bürgerkriegsland auf abenteuerliche Weise geflohen ist. Sie beschließen, ihm zu helfen. Doch als sie an die Öffentlichkeit gehen, müssen sie erleben, dass sie Kinta im Glauben an das Recht auf Hilfe verraten haben. Er wird als illegaler Flüchtling abgeführt - der Moment, in dem Captain Dork auftreten muss. Manchmal stehen Landesrechte gegen Kinderrechte. In der Präambel der Kinderrechtskonvention heißt es aber, dass das Recht der Kinder Vorrang genießen soll.

Anruf aus Afrika (Artikel 39)               

Captain Dorks Handy klingelt. Es ist die verzweifelte Stimme des 10jährigen Gatashya, der Kindern in Deutschland von dem furchtbaren Krieg in Ruanda erzählt. Vor drei Jahren wurde seine Familie von Rebellensoldaten überfallen. Niemand blieb am Leben, nur Gatashya konnte fliehen. Versteckt lebte er in Wäldern und Trümmern. Dann griff ihn ein Soldat auf, der ihn in ein Waisenheim brachte. Man fand eine Tante, die sich seiner annehmen sollte. Dach die hatte genug zu tun, ihre eigene Familie zu ernähren. Gatashya wurde wie ein störender Dienstbote behandelt. So machte er sich auf in die Heimatstadt Kigali, in der Hoffnung, dort irgendwie überleben zu können. Gasinya ist ebenfalls Kriegswaise; darum hat er einen Blick für Kinder mit dem gleichen Schicksal. Ihm fiel Gatashya sofort auf, und er nahm ihn mit in das Heim, in dem er jetzt lebt. Endlich hat Gatshya ein neues Zuhause gefunden, mit Menschen, die sich um ihn kümmern. Endlich kann er darüber reden, was er alles erleben und sehen musste im Krieg. Die Kinderrechtskonvention kümmert sich ganz besonders um Kinder, die vom Krieg und seinen Folgen betroffen sind. Der Film versucht in behutsamer Form, jungen Zuschauern vom Unrecht an Kindern in anderen Ländern zu erzählen.

Jagd auf Captain Dork (Artikel 37,41)                  

Als die Staaten die Kinderrechts-Charta unterzeichneten, haben sie sich die Konsequenzen nicht genau überlegt. Denn Kinderrecht schränkt Erwachsenenrecht automatisch ein. Folglich wird Captain Dork als der Durchsetzer der Kinderrechte steckbrieflich gesucht: Wegen Missachtung der Landesrechte wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt und andere schwerwiegende Vergehen. Die Kinder sind empört: Captain Dork ist doch ein Kind - wenn auch ein zum Kind gewordener Erwachsener. Zusammen mit ihm planen sie, wie sie die Regierungen dazu bringen können, das Kinderrecht anzuwenden. Und dazu müssen sie an das magische Buch der Kinderrechte kommen, das im Kinderministerium unter Verschluss liegt. Denn jeder Erwachsenen der es berührt, schrumpft zu einem Kind, so wie es ehemals Pförtner Dork passierte. Mit einem gewagten Trick kommen sie in den Besitz des Buches und können so die Erwachsenen zwingen, endlich die Kinderrechte umzusetzen. Denn erst dann verliert das Buch seine magische, für Erwachsene gefährliche Kraft. Dieser Film schließt das Projekt "Die Rechte der Kinder" ab. Er knüpft an die phantastische Erzählform der ersten Geschichte "Die Verwandlung" an, deren Thema die Bekanntmachung der Rechte war. In der letzten Geschichte geht es um die Konsequenz der Umsetzung in die jeweiligen Landesgesetze.

Die Rechte der Kinder - Deutscher Bildungsserver [mehr]